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Day of the Ninja 2016

heute unter

Jedes Jahr am 5. Dezember feiern wir den schönsten und wichtigsten Feiertag des Jahres: Der Tag des Ninja! Nach alter Tradition kleiden wir uns wie ein feudaler Meuchelmörder (klassiche Anleitung, Wiki-how-to Link) und zelebrieren den Tag mit Anschleichen, Verstecken und anderen Dingen, die Ninja eben so machen. Und das Schönste: Dieser Feiertag ist nicht religiöser Natur und ist für alle da!

Außer ihr seid ein Pirat.

Don't Breathe

gestern unter

„Wenn es irgendwo im Universum ein Fantasy Filmfest gibt, bist du in Hannover am weitesten davon entfernt.“

– Luke Skywalker

Ein einziges Fantasy Filmfest hatten wir mal, seit dem sind die Veranstalter schlauer und schauen jedesmal beschämt auf den Boden, wenn jemand im Vorfeld aus Versehen Hannover sagt. Damit muss ich leben und geduldig darauf warten, dass die Titel, die auf den Filmfesten gezeigt werden, irgendwann mal bei iTunes auftauchen. Aktuell tun das „Don’t Breathe“ und meine koreanische Zombie-Hoffnung „Train to Busan“. Weil letzterer aber erstmal nur zum Kauf und nicht zum Leihen zur Verfügung steht, (eine Handhabung, die sich in Zeiten von florierenden illegalen Onlinestreamings irgendwie sehr ignorant anfühlt, liebe Industrie) haben wir uns halt erstmal die US-Version von „Don’t Breathe“ ausgeliehen.

Horror (ohne Zombies) ist ja eigentlich so gar nicht mein Genre, weshalb „Don’t Breathe“ eine echte Ausnahme hier in diesem Wohnzimmer ist. Der Trailer und ja, auch die Stimmen zum Film waren allerdings so interessant, dass mein Hype Train nach Busan extra einen großen Umweg über das verlassene Detroit gemacht hat. Die heruntergekommene Ex-Autohochburg ist dann ja auch wieder etwas, was ich in Filmen sehr gerne sehe, da dort immer automatisch ein atmosphärisch düsterer Unterton mitschwingt. Und düster ist er, dieser „Home Invasion Schocker“, in dem der scheinbar leichte Einbruch einer Gruppe Teenager bei einem blinden Kriegsveteranen deutlich in die Hose geht. Er ist durchweg spannend und liefert, trotzt vorangegangener Skepsis meinerseits und der recht einfach gestrickten Handlung, genügend Abwechslung, ohne Längen aufzuweisen.

Die volle Wirkung mag mir als Genre-Fremdem verborgen geblieben sein, weshalb ich ihn am Ende zwar gut, nicht aber überragend großartig fand. Das mag unfair sein, dafür attestiere ich Stephen Lang aber eine großartige Leistung beim albtraumhaft guten Spielen des gebeutelten Kriegsveteranen. Das macht den Ausflug ins Horror-Genre auch für Fremde wie mich zu einer sicheren Empfehlung.

The Expanse

letzten Monat unter

Als Patrick Rothfuss, Autor der „King Killer“-Chroniken, vor vielen Monden in einem Podcast meinte, dass sich doch Bitteschön jeder die Serien-Verfilmung der unglaublich guten „The Expanse“-Buchreihe anschauen solle, öffnete ich sofort den iTunes-Store auf dem Apple-TV und lud mir ohne Umwege die Pilot-Folge der ersten Staffel herunter.

Dort liegt sie heute noch. Angestaubt und ungesehen. Mittlerweile ist die Syfy-Produktion mit ihren zehn Folgen allerdings auch bei Netflix gelandet und damit sozusagen genau vor meinen Füßen. Mit wahnsinniger Geschwindigkeit (gemessen am heimischen Konsumverhalten) haben wir daraufhin alle Episoden zu Ende geschaut, was nicht zuletzt an der ungewöhnlich gelungenen Optik und den teilweise sehr realistischen Zukunftsvisionen dieser Fernsehserie lag.

Vom Plastikgeld in einer Welt, die zu diesem Zeitpunkt im Plastikmüll ersticken dürfte, über den interstellaren Kalten Krieg einer Menschheit, die es nicht mal geschafft hat, auf einem gemeinsamen Planeten in Frieden zu leben bis hin zur omnipräsenten Überwachung mit für alle einsehbaren, transparenten Telefondisplays macht vieles beim Gedanken an unsere Zukunft erschreckend viel Sinn.

Sehr interessant auch die verschiedenen Erzähl-Stränge, die erst nach und nach einen Zopf bilden und dabei politische Ränke, Film Noir und Weltraum Oper vermischen. Am Ende war ich bereit für mehr und ich freue mich auf die angekündigte zweite Staffel. Ich schreibe diese Zeilen, während meine Frau, angeheizt durch die Serie, bereits tief im ersten Band der Buchreihe versunken ist. Das spricht für die Qualität der Serie und des Quell-Materials.

Firefox Focus

letzten Monat unter

If you download Firefox Focus and start to browse, you will notice a prominent “Erase” button in the upper right-hand corner of the screen. If you tap that button, the Firefox Focus app erases all browsing information including cookies, website history or passwords. Of course, you can erase this on any other browser but we are making it simple here – just one tap away.

Mozillas iOS-Adblocker „Focus“, hierzulande „Klar“, mausert sich zum Browser mit der Gewichtung aufs Spuren verwischen. Vorerst nur im US-Appstore und aus einem mir völlig unverständlichen Grund nur mit Google als Suchmaschine. Ausgerechnet! Feinheiten wie eine Reader-Ansicht fehlen auch, aber so viel Erfahrung hat Mozilla mit Browsern ja nun auch nicht. Wenn diese beiden Dinge mit einem Update behoben werden und sich die App irgendwann auch noch direkt mit geöffneter Tastatur zum Lossuchen starten lässt, erkläre ich an dieser Stelle im Web meine Liebe zu ihr.

Paterson

vor 2 Wochen 6 Tagen unter

Jim Jarmusch war schon vor über zwei Jahrzehnten maßgeblich daran beteiligt, meine Neigung hin zum Arthouse-Indie-Kino zu prägen. Mit Titeln wie Dead Man zeigte er mir, dass der Western kein verstaubtes Genre im Vormittagsprogramm der öffentlich Rechtlichen sein musste. Mit Down by Law erfuhr ich, was es heißt, einen Film nicht sofort zu verstehen, aber noch Tage über ihn nachzudenken. Und mit Night on Earth erkannte ich, dass Unterhaltungen einen Film großartig machen können, in dem sonst eigentlich gar nichts passiert.

Auch bei Paterson, Jim Jarmuschs aktuellem Film, passiert kaum etwas und der spannendste Teil war ehrlich gesagt im Vorfeld die Frage, ob ich am Telefon nun Karten für besagte Paterson OV oder den neuen Pettersson und Findus-Kinderfilm vorbestellt hatte. Adam Driver, der eben noch als Enkel von Anakin Skywalker die Star Wars-Fankultur polarisierte, ist jetzt Busfahrer in Paterson, New Jersey. So schnell kann's gehen, wenn man im falschen Moment die Maske runterreißt. Dass die Figur Drivers so heißt, wie der Ort in dem er geboren wurde und in dem er noch immer verweilt, ist eines der Leitmotive des Films: Wiederholungen. Wiederkehrende Muster, Farben und Themen verleihen den Szenen um den fast immer gleichen Tagesablauf des Protagonisten einen kunstvollen Charakter und verhindern auf diese Weise erfolgreich, dass Langeweile aufkommen könnte.

Ich sehe und vor allem höre Adam Driver unheimlich gerne, halte ihn in Star Wars immer noch für einen Glücksgriff und ich habe jede seiner Szenen in diesem Film genossen. Figuren wie die des Paterson gab es im Kino schon einige, aber selten gingen sie einem dabei so wenig auf den Geist wie hier. Das erhöht die Kompatibilität des Films mit der Masse sicherlich ein gutes Stück, ändert aber nicht wirklich etwas daran, dass seine Nische eine eher kleine sein dürfte.

Daran, dass sich kaum zwei Filme von Jim Jarmusch ähneln, ändert auch Paterson nichts, und das ist, angesichts seines üppig herangewachsenen Katalogs, ein faszinierender Fakt. Und ein Grund, freudig der Dinge zu harren, die da noch kommen. Bedanken kann man sich da wohl auch bei Amazon, deren Label Amazon Studios dieses Jahr nach Nicholas Winding Refns Neon Demon hier nun mindestens schon das zweite, sicherlich schwer zu verkaufende Indie-Drama ins Kino gebracht hat. Eine angenehm positive Entwicklung.