Familien-Mandalorianer

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Irgendwann in den Achtzigern besaß ich gefühlt einhundert Star Wars Actionfiguren der Firma Kenner. Meine Lieblingsfigur, obwohl ich „Empire“ noch nicht einmal gesehen hatte: Boba Fett. Ein Raketenrucksack auf dem Rücken schlägt in dem Alter halt eine Schlange um den Hals (Yoda) oder seltsame Plastikstäbe, die Lichtschwerter darstellen sollten (alle Jedi). Ich erinnere mich daran, dass mir Boba Fett einmal für ein paar Tage auf der elterlichen Terrasse abhanden gekommen war. Es waren schreckliche Tage. Als ich ihn endlich unter einer kleinen Holztreppe wiederfand, haben die Strapazen, die er durchgemacht haben muss, deutliche Spuren hinterlassen. An seinem Helm hatte sich offensichtlich ein Nagetier zu schaffen gemacht. Die Bisswunde war nicht zu übersehen. Mir war das egal. Hauptsache Boba Fett war wieder da. Meine Lieblings-Star Wars Actionfigur, die es auch noch Jahre später sein sollte. Übrigens war es dieser Vorfall, aus dem ich die Zuversicht schöpfte, dass kein immobiler Sarlac dieser Welt einen mandalorianischen Kopfgeldjäger töten könnte, der mehrere Tage zusammen mit riesigen, gefräßigen Nagetieren überlebt.

Drei Jahrzehnte später kauft sich meine Tochter ihre erste Star Wars Actionfigur von ihrem Taschengeld. Und wie es der Zufall (oder das Schicksal/die Macht/der Ring/Whatever) so will, ist es ebenfalls eine Mandalorianerin: Sabine Wren aus der „Rebels“-Serie, die mir übrigens um einiges besser gefällt, als „The Clone Wars“. Man darf sich jetzt darüber streiten, wie viele Welten des Outer Rim zwischen Wren und Fett liegen, aber eines steht mal fest: Alles ist besser als Jar Jar Binks. Und so ganz uncool ist eine mandalorianische Ex-Kopfgeldjägerin mit Hang zum Graffiti erstmal nicht. Passt also.