Marvel's Iron Fist

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Der Internet-Hassmob scheint sich nach Monaten endlich von „No Man's Sky“ abgewendet zu haben. Nur noch ein paar Gehirne auf Sparflamme geben hier und dort noch ihren unqualifizierten Senf ab. Der Rest ist dazu übergegangen, „Mass Effect: Andromeda“ und „Marvel's Iron Fist“ zu diffamieren. Dem Protagonisten der eisernen Faust wird dabei vorgeworfen, weißgewaschen zu sein, was in Hollywood trauriger weise auch 30 Jahre nach einem zum Inder geschminkten Kaukasen im Film „Nummer 5 lebt“ immer noch Praxis ist und bei Gelegenheits-Idioten wie Ridley Scott sogar immer noch als selbstverständlich gilt. Nun kann man sich natürlich darüber streiten, ob jetzt ausgerechnet einem kaukasischen Comic Helden vorgeworfen werden kann, dass er nicht von einem asiatischen Schauspieler dargestellt wird, bloß, weil er gut Kung-Fu kann. Zusätzlich reden wir hier von einem Genre, in dem Whitewashing in ziemlich genau 99 Prozent der Fälle, von Chris Farley bis Michael Dudikoff, immer in einer mal mehr oder mal weniger großen Katastrophe endete, und nur genau ein einziges Mal, und dann mit David Carradine in der Hauptrolle funktioniert hat. Man darf sich also darüber streiten und wird das auch noch lange tun, aber eins kann ich nach drei Folgen der neuen Netflix-Serie bereits jetzt sagen: Das hier ist allemal unterhaltsamer als Schnarchnase Jessica Jones und Post-Cottonmouth Luke Cage zusammen. Natürlich ist da für mich noch alles offen, und wenn sich die nächsten Tage herausstellt, dass es doch noch in die Hose geht, dann liegt es sicherlich daran, dass hier wieder bloß der Weg für die Defender geebnet werden musste. Oder an Claire Temple. Beides ist wahrscheinlich. Ich bleibe dran.