Rurouni Kenshin

vor 3 Jahren 7 Monaten unter

Nobuhiro Watsuki hat keine Eier. Ja, jetzt regt ihr euch auf. Ist aber meine Meinung. Genau wie viele andere Comic-Serien litt auch Rurouni Kenshin damals am Syndrom, kein Ende zu finden. Irgendwann war immer alles gleich und immer alles wieder da. Bis zu dem Punkt, als Nobuhiro Watsuki seine weibliche Hauptfigur hat sterben lassen. Ich war geschockt. Ich war sauer. Ich war … froh! Endlich würde mal einer aufs Ganze gehen und alles daran setzen, seine Serie nicht langsam eingehen zu lassen.

Ich wünschte mir, eine Hauptfigur in Blade of the Immortal, anfangs das Breaking Bad unter den Comics, hätte vor einer Ewigkeit Manji oder Rin sterben lassen und wäre nicht zum How I Met Your Mother unter den Comics geworden. It’s better to burn out, than to fade away, sprach Kurt Cobain, bevor er sich die Rübe runter schoss und seinem Zimmer mit Teilen seines Brägens einen neuen Anstrich verlieh. Zumindest in Bezug auf Serien hat er da echt Recht gehabt.

Aber dann, und jetzt wird es hart, fallen dem Herrn Nobuhiro über Nacht die Eier aus der Boxershorts und Kaoru steht in einer neuen Ausgabe von Rurouni Kenshin plötzlich wieder auf der Matte, wie Bobbie bei Dallas unter der Dusche. Was!? NEIN! Doch. Ich war noch mehr geschockt. Ich war noch wütender. Ich war richtig, richtig sauer. So, wie die Leute, die sich gerade darüber aufregen, dass ich nicht Manga sondern Comic sage. Kenshin war für mich gestorben. Bis vor ein paar Tagen.

Eine Realverfilmung des Stoffes? Ich denke sofort an Kamui. Auweia, war der mies. Aber ich habe mir Kenshin trotzdem angeschaut. Und er wird ganz sicher in meiner Liste der Lieblingsfilme 2013 zu finden sein. Einfach, weil er irgendwie alles richtig macht. Von der famos gespielten Naivität des Hauptdarstellers, über die großartigen und sehr dynamischen Kampfszenen, bis hin zum immer präsenten Overacting. Ja, das Overacting passt hier irgendwie perfekt und verleiht dem Film Charakter.

Irgendwie kann man dem Film nicht wirklich ernsthaft irgendetwas vorwerfen, weil er wie ein fröhliches Kind wirkt, das im Matsch spielt. Und dann zwischendurch das Lieblingskuscheltier verliert. Und dessen Hund währenddessen überfahren wird.

Ich mag auch den Vegetarier-Witz gegen Ende, bei dem ich vor Lachen fast an einem Hühnchenflügel erstickt wäre.

Meine letzten Jidaigeki- und Chambara-Filme waren von Yôji Yamada und natürlich ist Rurouni Kenshin davon so weit entfernt, wie Satô Takerus (Kenshin) Klasse von der eines Toshiro Mifunes, aber darum geht es bei diesem Film auch gar nicht. Und das hilft.